Abgetastet werden vor allem die inneren Geschlechtsorgane und die Brust. In unserer Praxis untersucht Sie Ihre Frauenärztin.
Sie beurteilt Scheide, Gebärmutterhals und Gebärmutter, dazu die Bereiche seitlich der Gebärmutter. Dort liegen Eierstöcke und Eileiter.
Getastet werden außerdem das Brustgewebe und die Lymphknoten in den Achselhöhlen. Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten.

Gebärmutter, Gebärmutterhals und Eierstockregion
Für die innere Tastuntersuchung führt die Ärztin vorsichtig einen oder zwei behandschuhte Finger in die Scheide ein. Sie verwendet dabei Gleitgel. Die andere Hand liegt außen auf dem Unterbauch.
So liegen die Organe zwischen beiden Händen und lassen sich beurteilen. Fachleute sprechen von der bimanuellen Untersuchung, also der Untersuchung mit beiden Händen.
Getastet werden auch die Scheidenwände und der in die Scheide ragende Teil des Gebärmutterhalses. Dieser Teil heißt Portio, in seiner Mitte liegt der äußere Muttermund.
Die Eierstöcke sind nicht bei jeder Frau tastbar, normale Eileiter in der Regel gar nicht. Welche Organe genau gemeint sind, erklären wir im Ratgeber zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen.
Worauf Ihre Frauenärztin dabei achtet
Beurteilt werden vier Dinge:
- Größe und Form der Gebärmutter
- Lage der Organe im kleinen Becken
- Beweglichkeit beim vorsichtigen Verschieben
- Druckempfindlichkeit einzelner Bereiche
Eine vergrößerte Gebärmutter kann auf gutartige Muskelknoten hinweisen, sogenannte Myome. Größere Zysten am Eierstock machen sich manchmal als Schwellung bemerkbar. Schmerzt eine Seite deutlich, prüft die Ärztin mögliche Entzündungen.
Ein Tastbefund ist ein erster Hinweis, noch keine fertige Diagnose. Weitere Untersuchungen der Gynäkologie können ihn bestätigen oder entkräften.
Die Tastuntersuchung der Brust
Ab 30 Jahren haben Sie jährlich Anspruch auf das Abtasten der Brust. Gesucht wird nach Knoten, Verhärtungen und Veränderungen der Haut. Auch die Lymphknoten in den Achselhöhlen werden getastet.
Auf Wunsch zeigt Ihnen Ihre Ärztin, wie Sie Ihre Brust selbst abtasten. Diese Untersuchung gehört zur gesetzlichen Krebsvorsorge.
Tut das Abtasten weh?
Die Untersuchung kann Druck oder ein unangenehmes Gefühl verursachen. Schmerzen sollten Sie jedoch nicht einfach aushalten.
Sagen Sie sofort Bescheid, wenn etwas wehtut. Ihre Ärztin kann dann langsamer vorgehen und die Untersuchung jederzeit unterbrechen oder beenden.
Ruhiges Ausatmen hilft, die Bauchdecke zu entspannen. Angespannte Muskeln machen das Tasten unangenehmer und schwieriger.
Sprechen Sie Unsicherheiten am besten vor der Untersuchung an. Welche Fragen Sie stellen können, haben wir für Sie zusammengestellt. Eine besondere Vorbereitung braucht es nicht, rasieren müssen Sie sich also nicht.
Was das Abtasten nicht zeigt
Ein unauffälliger Tastbefund bedeutet nicht automatisch, dass keine Veränderung vorhanden ist. Kleine oder ungünstig gelegene Zysten und Myome können unbemerkt bleiben. Auch Eierstockkrebs lässt sich durch Abtasten nicht zuverlässig ausschließen.
Kleine Veränderungen am Gebärmutterhals sind ebenfalls nicht tastbar. Dafür gibt es den Abstrich und den HPV-Test aus der Vorsorge.
Der Ultraschall zeigt zusätzlich Strukturen, die den Fingern verborgen bleiben. Mit dem Auge ist wiederum nur ein Teil sichtbar, wie wir unter Was kann ein Frauenarzt alles sehen? erklären.
Bei bestimmten Beschwerden oder Befunden kann zusätzlich eine rektale oder rektovaginale Tastuntersuchung sinnvoll sein. Dabei lassen sich unter anderem Strukturen hinter der Gebärmutter besser beurteilen.



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