Mit bloßem Auge sieht Ihre Frauenärztin weniger, als viele befürchten. Sichtbar sind der äußere Bereich, die Scheidenwände und der Muttermund. Das meiste ergibt sich erst aus Abstrich, Tastuntersuchung und Ultraschall. Rückschlüsse auf Ihr Sexualleben lässt die Untersuchung nicht zu.

Die häufigsten Fragen kurz beantwortet
Sieht man, ob ich Sex hatte?
Nein, nicht zuverlässig. Form und Aussehen des Hymens sind von Frau zu Frau verschieden und kein Beleg für sexuelle Erfahrung.
Sieht man, ob ich masturbiere?
Nein. Selbstbefriedigung hinterlässt keine körperlichen Spuren, die sich untersuchen ließen.
Sieht man, wie viele Partner ich hatte?
Nein. Dafür gibt es bei einer gynäkologischen Untersuchung keinerlei Anhaltspunkt.
Sieht man, ob ich verhüte?
Die Pille nicht. Eine Spirale dagegen ist im Ultraschall gut zu erkennen.
Sieht man, ob ich schwanger bin?
Erst durch einen Test oder im Ultraschall. Dort wird eine Schwangerschaft meist ab der fünften bis sechsten Woche sichtbar.
Sieht man eine Geschlechtskrankheit?
Manchmal. Feigwarzen oder Herpesbläschen sind sichtbar, Chlamydien dagegen bleiben meist unbemerkt.
Sieht man, ob ich schon geboren habe?
Oft ja. Nach einer vaginalen Geburt verändert sich der Muttermund dauerhaft.
Spielt es eine Rolle, ob ich rasiert bin?
Nein. Für die Untersuchung macht das keinen Unterschied.
Was Ihre Ärztin bei der Untersuchung sieht
Zuerst schaut Ihre Ärztin sich den äußeren Bereich an, also Schamlippen und Haut. Danach kommt ein Spekulum zum Einsatz, ein Scheidenspiegel. Er hält die Scheidenwände sanft auseinander und gibt den Blick auf den Muttermund frei.
Auffallen können dabei Rötungen, ungewöhnlicher Ausfluss oder kleine Blutungen. Ein unauffälliger Blick schließt eine Infektion jedoch nicht aus.
Was Abstrich, Tasten und Ultraschall zeigen
Frühe Zellveränderungen am Gebärmutterhals lassen sich mit bloßem Auge nicht zuverlässig erkennen. Dafür werden beim Abstrich Zellen entnommen und im Labor untersucht.
Vieles wird außerdem nicht gesehen, sondern ertastet. Bei der Tastuntersuchung liegt eine Hand auf dem Bauch, zwei Finger tasten von innen. So lassen sich Lage und Größe der Gebärmutter beurteilen. Auffällig sind etwa Verhärtungen oder ein Druckschmerz. Der Ultraschall zeigt zusätzlich Myome, Zysten und die Dicke der Gebärmutterschleimhaut.
Ein Hinweis zur Vorbereitung: Steht ein Abstrich an, verzichten Sie in den 24 Stunden davor besser auf Geschlechtsverkehr. Sperma und Gleitmittel können die Beurteilung der Probe erschweren.
Was mit den Befunden passiert
Untersuchungsergebnisse und persönliche Angaben unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Ohne Ihre Einwilligung darf die Praxis sie in der Regel weder Ihrer Familie noch Ihrem Partner mitteilen.
Das kann auch gegenüber den Eltern gelten. Entscheidend ist, ob eine minderjährige Patientin die Bedeutung ihrer Behandlung selbst einschätzen kann. Eine feste Altersgrenze gibt es dafür nicht.



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